Drei weitere Weisstannen-Projekte in den Luzerner Wäldern

Die Kampagne „Weisstanne – die neue Chefin im Wald“ der PROHOLZ Lignum Luzern trägt weiterhin Früchte. Drei aktuelle Projekte sind im Kanton Luzern am Laufen:

1. Stufige Waldstruktur im Rüediswilerwald in Ruswil

2. Einsatz mit Schulklassen in Pfaffnau

3. Jagdleute in den Gemeinden Malters und Schwarzenberg im Einsatz für den Jungwuchs

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Weisstannen-Pflanzungen in Sempach und Beromünster

Das durch die PROHOLZ Lignum Luzern im Jahre 2010 initiierte Projekt zur Weisstannenförderung (weitere Infos s. unten) trägt nun auch auf der Fläche Früchte bzw. Bäume: Valentin Stäheli, Arbeitsgruppenmitglied der Plattform Weisstanne und Betriebsleiter bei der Korporation Sempach und beim Chorherrenstift St. Michael in Beromünster, hat in Sempach und Beromünster über 1‘500 Weisstannen gepflanzt.

Aufforstung in den Wäldern der Korporation Sempach

Bedingt durch die Eschenwelke sind die Bestände der Eschen in den letzten drei Jahren in den Sempacher Wäldern stark dezimiert worden. Insbesondere sind jüngere Eschenbestände wegen der heimtückischen Pilzkrankheit grossmehrheitlich ausgefallen. Die Korporation Sempach hat sich daher entschieden, diese Flächen zu räumen und wieder frisch aufzuforsten. Eine dieser Flächen von 80 Aren wurde im Frühling 2016 geräumt, um daraus eine „Eichen-Spezialfläche“ zu erstellen. Da diese Eichen in Trupps von ungefähr zwanzig Eichen mit einem Zentrumsabstand von 14 m und einem Pflanzabstand von 1.5m x 1.5m gepflanzt werden, um die Pflanzkosten zu optimieren, entsteht ein beträchtlicher Zwischenraum zwischen den einzelnen Trupps. Diese Räume wurden grossmehrheitlich mit Weisstannen ausgepflanzt. So wurden auf diesem Gebiet 1000 Eichen, 800 Weisstannen, 100 Buchen, 50 Schwarzerlen, 25 Kirschbäume und 25 Nussbäume gepflanzt.

Räumung zukünftiger Pflanzflächen

 

Bepflanzung im Frühling 2016

       Situation Juni 2016

Aufforstung beim Chorherrenstift St. Michael in Beromünster

Beim Chorherrenstift war die Ausgangslage etwas anders. Hier wurden an drei verschiedenen Standorten nach getätigten Holzschlägen oder nach nicht erfolgreicher Einstellung von naturverjüngtem Wald nach dem Sturm Lothar drei grössere Flächen geräumt, um diese wieder frisch zu bepflanzen. Die gesamte Aufforstungsfläche betrug ca. 90 Aren. Der Waldbesitzer hat sich für die Variante „Pflanzung übriger seltener Baumarten“ entschieden. Diese seltenen Baumarten wurden grossmehrheitlich auch in Trupps à ca. 20 Stück gepflanzt. Auch hier entstanden grössere Zwischenräume, welche mit Weisstannen ausgepflanzt wurden. Auf diesen Flächen wurden 200 Eichen, 200 Bergulmen, 200 Spitzahorn, 200 Waldkirsche, 100 Schwarzerlen und 750 Weisstannen angepflanzt.  

Die mengenmässige Verteilung der verschiedenen Baumarten auf den entsprechenden Bodentypen, wie sie auf diesen Flächen in Sempach und Beromünster gepflanzt wurden, entspricht der Vorgabe des lawa (Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern).

Weitere Infos zur Jungwaldpflege vom lawa... 

Förderung der Weisstanne

Sorgenkind und Hoffnungsträger - für wohl keine andere einheimische Baumart trifft dieses Begriffspaar besser zu als für die Weisstanne. Ursprünglich war die Weisstanne in den Luzerner Wäldern weit verbreitet und die wichtigste Nadelbaumart. Aus den verschiedensten Gründen hat sie in den letzten Jahrhunderten stark abgenommen.

Inzwischen wurde erkannt, dass die Weisstanne ökologisch und waldbaulich ausserordentlich gute Eigenschaften hat. Sie ist eine Schlüsselbaumart für den Schutzwald und sie wird als Alternative zur Fichte zunehmend Bedeutung erlangen im Zeichen des Klimawandels. Sie liefert hohe Erträge bei begrenztem Anbaurisiko. Die Nadelholz verarbeitende Holzindustrie wird zukünftig darauf angewiesen sein, dass sie mit genügend Weisstannenholz versorgt werden kann.

 

Die PROHOLZ Lignum Luzern hat diese Zeichen erkannt und sich im Jahre 2010 zum Ziel gesetzt, die Weisstanne im Kanton Luzern und in den angrenzenden Gebieten zu fördern. Im Januar 2011 fand die erste Plattform-Veranstaltung statt, wo 40 Vertreter aus der gesamten Holzbranche das Thema der Weisstannenförderung diskutierten und versuchten, Aufgabenfelder zu definieren. Im November 2011 traf sich die Branche erneut, wieder mit rund 40 Vertretern, zu einer zweiten Plattform-Veranstaltung, wo man die Themen eingrenzte und Lösungsansätze diskutierte.

Eine Kerngruppe mit 8 Mitgliedern begleitete diese Arbeiten und entschied nach der zweiten Plattform, welche Themen in Projekten vertieft zu behandeln und umzusetzen sind.

Dabei wurden folgende drei Themen festgelegt, welche bearbeitet werden:

  1. Weisstanne - Baumart mit Zukunft
  2. Information von Planern und Architekten
  3. Das Rindenbild der Weisstanne als Indiz für die Holzqualität

Die ersten zwei Themen werden von Arbeitsgruppen der PROHOLZ Lignum Luzern ab Herbst 2013 bearbeitet.

Zielsetzungen Projekt 1

  • Die Förster, Waldbesitzer oder auch die Jäger sind sich nicht immer bewusst, welche Qualitäten und Eigenschaften die Weisstanne aufweist. Darum möchte man das Know-how zur Biologie der Weisstanne und zum Waldbau in Bezug auf die Weisstanne vermitteln und ausbauen. Die Bedeutung der Weisstanne wird gestärkt und der Wert der Tanne nimmt zu.
  • Durch Wissensvermittlung und Sensibilisierung der Waldeigentümer und der Jägerschaft soll die Tannen-Verjüngung im natürlichen Verbreitungsgebiet sichergestellt werden. Die Jägerschaft erkennt die Bedeutung des Wildeinflusses und schützt die Tanne - wo nötig - mit Einzelschützen. Auch wird die Bereitschaft für die Jungwaldpflege erhöht.

Kurs „Waldbauliche Förderung der Weisstanne“

Aus den von der PROHOLZ Lignum Luzern organisierten Plattformveranstaltungen zum Thema Weisstanne entstand die Arbeitsgruppe Weisstanne. Diese hatte zum Ziel, das waldbauliche Wissen um die Weisstanne zu sammeln und für die Praxis aufzuarbeiten.

Am 2. Juni 2015 organisierte sie nun mit Unterstützung der Abteilung Wald der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern (lawa) einen obligatorischen waldbaulichen Kurs zur Förderung der Weisstanne für sämtliche im Kanton Luzern tätigen Forstfachpersonen (Betriebs- und Revierförster).

Am Kurs konnten so die anwesenden gut 40 Forstfachpersonen das bestehende Wissen rund um die Tanne an vier verschiedenen Posten auffrischen und vertiefen. An den Posten Standortseignung, Schutzwald und Ökologie, Wildeinfluss und Wildschutz, Waldbau und Wirtschaftlichkeit wurde durch fachkundige Referenten viel Wissenswertes vermittelt und unter den Teilnehmenden rege diskutiert. Zusammen mit der Powerpoint-Präsentation Weisstanne und der Broschüre Weisstanne haben die Forstfachpersonen nun das aktuelle Rüstzeug, die Tanne im Rahmen ihrer Tätigkeiten bei Beratungen und in Projekten zu fördern.

Die Arbeitsgruppe wird periodisch erfolgreiche Projekte und Tätigkeiten zur Förderung der Weisstanne vorstellen.

 

Wendelin Zemp präsentiert am Posten Schutzwald und Ökologie zusammen mit Silvio Covi die Wurzeln einer jungen Weisstanne.

 

Kampagne zur Weisstanne

Die gute Holzqualität der Weisstanne und ihr wichtiger Beitrag für einen starken Wald stehen im Zentrum einer neuen Kampagne von PROHOLZ Lignum Luzern. Auch der Kanton Luzern unterstützt die Aktion, welche am 21. März 2015 anlässlich des Internationalen Tag des Waldes lanciert wird.

«Weisstanne – die neue Chefin im Wald» heisst die neue Kampagne von PROHOLZ Lignum Luzern, der Dachorganisation der Luzerner Wald- und Holzwirtschaft. Waldfachleute, Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sowie Jägerinnen und Jäger sollen mit verschiedenen Aktionen auf die guten Qualitäten der Weisstanne und ihre entscheidende Bedeutung für einen starken Wald aufmerksam gemacht werden. Lanciert wird die Kampagne am 21. März 2015, dem Internationalen Tag des Waldes.

Download Medienmitteilung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald

Flyer "Weisstanne - die neue Chefin im Wald"

BAFU: Tag des Waldes - Fokus: der Schweizer Wald dient allen

Tag des Waldes: Eine gefällte Weisstanne umgeben von: (vlnr. ) René Bühler (Präsident Verband Luzerner Waldeigentümer), Valentin Stäheli (Projektgruppe Weisstanne), Pirmin Jung (Präsident PROHOLZ Lignum Luzern), Thomas Abt (Leiter Abteilung Wald lawa) und Regierungsrat Robert Küng (Bild: Priska Ketterer)

 
 
 
 
 
 

Tag des Waldes: Eine Weisstanne umgeben von: (vlnr. ) Thomas Abt (Leiter Abteilung Wald lawa), Pirmin Jung (Präsident PROHOLZ Lignum Luzern), Valentin Stäheli (Projektgruppe Weisstanne), René Bühler (Präsident Verband Luzerner Waldeigentümer), Regierungsrat Robert Küng (Bild: Priska Ketterer)

 
 
 
 
 
 

Tag des Waldes: Eine Weisstanne umgeben von: (vlnr. ) Thomas Abt (Leiter Abteilung Wald lawa), Pirmin Jung (Präsident PROHOLZ Lignum Luzern), Regierungsrat Robert Küng, René Bühler (Präsident Verband Luzerner Waldeigentümer),Valentin Stäheli (Projektgruppe Weisstanne) (Bild: Priska Ketterer)

 

Zielsetzungen Projekt 2

Das Projekt hat zum Ziel, die Vorzüge der Tanne bei den Planern und Architekten gezielt zu vermitteln. Der Weisstanne muss in der Planung und Submission die berechtigte Beachtung geschenkt werden, damit sie gezielt nachgefragt wird. So wird nicht nur der Absatz der Weisstanne gefördert, sie wird auch zur regionalen Ressource, deren sich die Holzindustrie im Umgang speziell annehmen muss bezüglich Sortimentstrennung, spezieller Trocknung und Überlegung zu Koppelprodukten. Der Endverkäufer hat schliesslich ein zusätzliches erstklassiges Produkt in seinem Angebot.

Projekt 3

Das Projekt 3, die Untersuchung der Holzqualität der Weisstanne, wurde zusammen mit Felix Guggerli und Catherine Folly der WSL, eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, realisiert. Unterstützt wurde das Projekt vom BAFU Wald- und Holzforschungsfonds. Ein erster Zwischenbericht liegt vor. Anlässlich der 5. Netzwerkveranstaltung der PROHOLZ Lignum Luzern wurde der zweite Zwischenbericht präsentiert. Nun liegt auch der Schlussbericht zum Projekt vor.

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Plattform Weisstanne

Melanie Brunner

Kontakt

Melanie Brunner-Müller
lic.rer.publ. HSG
Geschäftsführerin
E-Mail

Alex Arnet-Muri

Alex Arnet-Muri
Dipl. Forsting. ETH, NDS FH Wirtschaftsing.
Projektleiter Holzcluster Luzern
E-Mail

Herkunftszeichen Schweizer Holz